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Mittel zur Flohbehandlung bei Haustieren verschmutzen britische Bäche und Flüsse

Einige der schönsten Flüsse Großbritanniens leiden unter einem verheerenden Verschmutzungsgrad mit Flohbekämpfungsmitteln, welche  über die damit behandelten Haustiere ins Wasser gelangen.

Forscher haben signifikant hohe Werte der Chemikalie Imidacloprid in Flüssen und Bächen der abgelegenen schottischen Cairngormsberge, dem Fluss Ouse in Bedfordshire und dem Ancholme  in Lincolnshire gefunden.

Die Substanz  wird häufig zur Bekämpfung von äußeren Parasiten wie Flöhen und Läusen bei Haustieren genutzt. So gibt es 68 zugelassene Imidacloprid-haltige Veterinärpräparate (z.B.  zur Behandlung gegen Flöhe bei Hunden, Katzen, Kaninchen und Frettchen.

Die britische Organisation zur Rettung aller wirbellosen Tiere ( Insekten, Spinnentiere etc.) Buglife fand heraus, dass in drei Gewässern- dem Fluss Tame in Manchester; Wyke Beck in Leeds und Somerhill Stream in Kent  die gemessenen Werte so hoch sind,  dass hier nicht mehr nur  von einer  chronischen Belastung gesprochen werden kann, sondern von einer akuten Verunreinigung auszugehen ist.

Hohe Werte an Imidacloprid wurden außerdem im Wasserlauf des Sincil Dyke in Lincoln; dem Fluss Waveney in Norfolk und Suffolk un dem Fluss Wensum in Norfolk gemessen.

Dies gefährdet nicht nur sämtliche Insekten die im und am Wasser leben, wie z.B. Eintagsfliegen, sondern auch die Gesundheit von Fischen und Vögeln, was wiederum das gesamte Ökosystem der Bäche und Flüsse gefährdet.

Buglife berichtet, dass Imidaclopid in Großbritannien kaum noch durch Landwirte eingesetzt wird, wohl aber in Gewächshäusern, von wo es in Gewässer eintreten kann.

Sie schlossen aber daraus, dass in manchen Teilen des Landes die Verwendung zur Flohbehandlung die Hauptursache der hohen Werte in Flüssen und Bächen ist. Insbesondere in städtischen Gegenden, aber auch in den abgelegenen Cairngorms, wo die hohe Belastung auf damit behandelte  Hunde die in den Gewässern baden zurückgeführt wird.

Matt Shardlow, Geschäftsführer bei Buglife, nahm Stellung: „Wir sind erschüttert herausfinden zu müssen, dass viele britische Flüsse von neonicotinoiden Insektiziden stark geschädigt wurden. Es ist unverzichtbar, dass diese drei Toxine ganz verboten werden, auch für die Verwendung in Gewächshäusern und bei Haustieren, bevor es zu einem weiteren Jahr solch skandalöser Umweltverschmutzung kommt. Denn der wahrscheinlichste Grund für die Belastung in den Cairngorms ist ein damit behandelter Hund der im Bach badete.“

Der Bericht zeigt auf, dass auf Haustiere aufgetragenes Imidacloprid , wenn es regnet oder wenn ihre Decken gewaschen werden, in Kanalisation und Gewässer gelangt.

Das Ergebnis sei laut dem Bericht,   „dass die Verunreinigungen das Abwassersystem und die Kanalisation und über diese dann die Wasserläufe erreichen, sowie die direkte Verschmutzung von Wasserläufen, Seen und Weihern, wenn dem Tier erlaubt wird in diesen Gewässern zu baden. Hinzu käme, dass es wahrscheinlich ist, das ein Teil des Imidacloprids nach Aufnahme über die haut auch mit Urin und Kot der behandelten Tiere ausgeschieden wird.“

Daraus schließt der Bericht „ die  mittelbaren Auswirkungen der Verwendung  im Gartenbau mag zwar zur Imidacloprid Belastung in städtischen Gegenden mit beitragen, der Weg  bei veterinärmedizinischer Verwendung beim Haustier ist aber direkter was nahe legt, dass die Hauptquelle der Verschmutzung Spot-ons und Halsbänder aus dem Veterinärbereich sind.“

Buglife warnte außerdem, dass es neben Imidacloprid „ ein verwirrendes Spektrum an Toxinen zur  Parasitenbekämpfung bei Haustieren gäbe“ welche mit Neonicotinoiden hergestellt werden.

Die Organisation gibt zu bedenken „ nachdem wir herausgefunden haben, dass die Behandlung von Haustieren mit Imidacloprid scheinbar die Ursache für schädliche Verschmutzungen unserer Gewässer sind, so wäre es kurzsichtig ein ähnliches Risiko durch andere gegen Ektoparasiten wirkende Mittel nicht in Betracht zu ziehen.

Mr. Shardlow forderte „ zunächst einmal sollte als erster Schritt die Verwendung von Imidacloprid in Produkten für Haustiere ausgesetzt werden, bis wir herausgefunden haben wie viele andere schädliche Chemikalien auf diesem Wege ins Wasser gelangen.

Wir müssen die Auswirkungen, die die Verwendung dieser Chemikalien auf die Umwelt hat, genauer und sorgfältiger beobachten, denn dies wird momentan versäumt.“

Buglife hat ihr Gutachten dem Umweltamt vorgelegt, welches seine eigene Untersuchung betreibt sowie bei Umweltminister Michael Gove, hat bisher aber noch keine Antwort erhalten.

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